Schneller, einfacher, besser. Wie der E-Commerce die Logistik verändert
Kürzere, nachhaltigere Lieferketten, unter anderem im E-Commerce und Q-Commerce (engl. für „Schnellhandel“), bergen ein großes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung in Polen und in der gesamten Region Mittel- und Osteuropas. Sie werden sich auswirken…
Lilianna (Elżbieta) Laudy21 stycznia 20223 minut czytania
Teilen
Kürzere, nachhaltigere Lieferketten, unter anderem im E-Commerce und Q-Commerce (engl. für „Schnellhandel“), bergen ein großes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung in Polen und in der gesamten Region Mittel- und Osteuropas. Sie werden in den kommenden Jahren Einfluss auf die Anzahl und Art der hier realisierten Lager- und Industrieinvestitionen haben.
Seit 2019 beobachten Lagerentwickler ein verstärktes, aber auch etwas verändertes Interesse seitens ihrer Kunden. Die ihnen bisher bekannten Lieferkettenmodelle durchlaufen derzeit tiefgreifende Veränderungen.
Ein Grund dafür ist, dass die Nachfrage der Online-Kunden in der CEE-Region zunimmt: Wir bestellen nicht nur mehr und häufiger, sondern erwarten auch eine blitzschnelle Lieferung. Die Lieferzeit wird zunehmend zu einem entscheidenden Kaufkriterium, weshalb Händler und Lieferanten alles tun, um mit dieser Nachfrage Schritt zu halten.
15-Minuten-Handel
Es gibt immer mehr Kurierdienste, die Waren per Express liefern (B2C, B2B, C2C, C2B), insbesondere in Großstädten und im Rahmen des „Quick-Commerce“-Modells für eilige Kunden. Zu den in Polen schnell wachsenden Akteuren dieses Segments zählen sowohl Start-ups als auch international etablierte Logistik- und Handelsgiganten.
Die Sofortlieferung zwingt zu einer Umstellung der bisherigen Vertriebs- und Lagermodelle. Sie erfordert beispielsweise ein Netz kleiner Lager in den Städten, wenn auch nicht unbedingt an den naheliegenden Standorten.
Wir beobachten eine Entwicklung in diese Richtung. Wir stellen zudem fest, dass Online-Käufer allmählich darauf achten, welche ökologischen und sozialen Auswirkungen ein bestimmter Kurierdienst mit sich bringt, und nicht mehr nur auf die Herstellung und den Verbrauch der von ihnen bestellten Artikel. Dies wiederum führt zu einem Anstieg nachhaltiger Lieferungen – also solcher, die unter anderem umweltfreundlichere Fahrzeuge in ihren Flotten einsetzen und darauf abzielen, den Transportweg der Waren sowie die für die Zustellung benötigten Ressourcen zu optimieren. Solche Dienstleistungen erwarten nicht nur Privatkunden von ihren Kurieren und Lieferanten, sondern zunehmend auch Unternehmen, die Nachhaltigkeit ernst nehmen, sowie Investoren, die ESG-Standards schätzen.
Kontrollierte Kette
Polen und die CEE-Region entwickeln sich auch aufgrund der Notwendigkeit, Lieferketten zu verkürzen und Produktionsprozesse aus entlegenen Standorten zu verlagern, zu einem attraktiven Investitionsziel. Das ist unsere Chance, uns zu einem industriellen und logistischen Drehkreuz Europas zu entwickeln. Die sich verbessernde Straßen- und Umschlaginfrastruktur sowie die steigende Qualität und Quantität an Lager- und Industrieflächen – einschließlich der technologisch fortschrittlichsten und nachhaltigsten – bei weiterhin niedrigeren Arbeits- und Betriebskosten als im Westen sprechen für Polen und die Länder der Region.
Das Bestreben, neue, kürzere und gegenüber globalen Turbulenzen widerstandsfähigere Lieferkettenmodelle zu entwickeln, ist eine Folge der durch die Pandemie und die Lockdowns verursachten Probleme. Es ist aber auch eines der Ziele des Europäischen Grünen Deals, also der sozioökonomischen Strategie der EU für die kommenden Jahrzehnte. Diese sieht unter anderem vor, die Entfernungen zwischen Produktions-, Verarbeitungs-, Anbau- oder Zuchtstätten und den Endverbrauchern zu verringern, um den Anteil lokaler Handels- und Industriebeziehungen zu erhöhen.
Die Verlagerung der Produktion – und sei es nur teilweise – von einem anderen Kontinent auf die Ebene derselben Region oder eines Nachbarlandes soll nicht nur die operativen Risiken im Zusammenhang mit langen und komplexen Lieferketten verringern, sondern auch jene, die mit negativen Auswirkungen und ESG-Kosten verbunden sind. Laut McKinsey ist die Lieferkette eines durchschnittlichen Konsumgüterherstellers allein für bis zu 90 Prozent seines gesamten ökologischen und sozialen Fußabdrucks verantwortlich.
Über den Autor
Über den Autor
Lilianna (Elżbieta) Laudy
Marketing- und Digitalmanager
Lilianna Laudy pełni funkcję Digital & Marketing Manager w 7R SA, gdzie odpowiada za rozwój działań digitalowych i marketingowych wspierających widoczność marki, komunikację online…